Das Motto ist wörtlich gemeint, denn die Stadt am Teutoburger Wald meint es gut mit Autofahrenden. Freie Fahrt für alle Motorisierten — für alle Anderen stehen die Ampeln auf ROT.
Vor vier Jahren haben wir bereits von der täglichen Diskriminierung berichtet, die Radfahrende jeden Tag erleben können. Ob an Kreisverkehren die Vorfahrt gewährt werden muss, obwohl man doch im Kreisverkehr fährt oder an den Bettelampeln der Stadt, wo Radelnde sehr lange warten müssen.



Verdrängen: Wenn es eng wird für den MIV, werden Radfahrende auch gern auf Fußwege geleitet, wie am Tecklenburger Damm. Der Fußweg ist zwar nicht freigegeben für Fahrräder, aber egal. Solange der Radfahrende nicht auf der Straße fährt, stört er auch keinen Kfz-Verkehr. Regelkonform ist das nicht, die Verwaltung und die Polizei wurden bei einer gemeinsamen Verkehrsschau (2024) informiert, Zusammenhänge und Widersprüche wurden sogar erkannt. Aber es tut sich nichts — die Markierungen bleiben irreführend.
Verzögern: Die Osnabrücker Straße sollte bergauf umgebaut und erneuert werden. Ziel der bereits fertigen Pläne war ein sicherer Radweg für Radfahrende auf einem sog. “Hochbord”. Die Pläne wurden verzögert und letztendlich verworfen. Die Zeitung berichtete von unserem “ersten Spatenstich” im März 2026. Die Fraktion der Grünen nahm Stellung dazu.



“Klimaschutz ist kein Luxus und keine freiwillige Zusatzleistung. Sicherer Radverkehr ist Grundinfrastruktur — gerade im ländlichen Raum.”
Quelle: Stellungnahme von Bündnis 90/ Die Grünen, IVZ vom 17.April 2026
So werden Menschen nicht zum Umstieg aufs Rad motiviert.



Behindern: Den Entscheidungsträgern der Stadt ist wichtig, sich für die “Verbesserung der Verkehrssicherheit an der Kreuzung Hopstener Straße (L504) / Rheiner Straße (L501) einzusetzen.”
Verbesserung natürlich nur im Sinne des motorisierten Verkehrsteilnehmenden. Wir brachten die Anregung im 2025 ein, die Furt zu erneuern. Radfahrer und Zufußgehende sollten sichtbarer werden. Ganz im Sinne des NRW-Verkehrsministers — deutliche Rotmarkierungen für Fußgänger- und Fahrradfurten. Nun ist die Furt ganz fort. Wie nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer diese Kreuzung überqueren sollen, ohne sich in allergrößte Gefahr zu begeben, ist und bleibt ein Rätsel. Die Begründung durch den Fachbereich “Recht- und Ordnung” macht die Entscheidung weder verständlich noch plausibel. Ergebnis ist, dass Autofahrende fast ungebremst rechts abbiegen können. Wer nicht mit dem Auto unterwegs ist, fährt besser eine andere Strecke.
Es zeigt sich über die Jahre, dass in Ibbenbüren der Radverkehr nicht gefördert, sondern ausgebremst wird. Dem Kfz-Verkehr wird Vorrang eingeräumt. Radwege und Verkehrsführung sind unsicher und nicht einfach. Den “Laura-Test” würde Ibbenbüren nicht bestehen — unsere Zukunft wird verspielt.

Fazit: Verkehrswende sieht anders aus. Das Mobilitätskonzept wird ignoriert. Die Entscheidungsträger nutzen das Straßenverkehrsrecht konsequent gegen nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer. Dabei gilt es nicht zu vergessen, dass nicht alle Mitmenschen Auto fahren können, wollen oder dürfen. Mobilität muss auch möglich sein für Kinder, Alte und in der Bewegung eingeschränkte Mitbürger. Die Stadt verliert immer mehr Attraktivität und Aufenthaltsqualität.
Fahrradfreundlichkeit darf nicht nur auf einem Schild am Ortseingang stehen, es muss auch gelebt werden.
Schreibt uns gerne einen Kommentar, weist uns hin auf weitere Missstände im Straßennetz der Stadt Ibbenbüren. Wir freuen uns auf jedes Feedback.