Wie mo­bil sind wir in Ib­ben­bü­ren?

Die­se Fra­ge wur­de am ver­gan­ge­nen Frei­tag auf ei­ner SPD-Ver­an­stal­tung in der FaBi dis­ku­tiert. Die Dis­kus­si­ons­run­de wur­de von Land­rat Frank Sun­der­mann ge­lei­tet und von Mar­tin Kit­ten, ADFC und Udo Schief­ner, MdB be­glei­tet. Als Mit­glied des Deut­schen Bun­des­ta­ges lei­tet Herr Schief­ner in die­ser Le­gis­la­tur­pe­ri­ode den Ver­kehrs­aus­schuss und küm­mert sich auf Bun­des­ebe­ne um Ver­kehrsthe­men.

Dis­kus­si­on über Mo­bi­li­tät in der FaBi, am 4. März 2022

In der Dis­kus­si­on wur­de das Mo­bi­li­täts­kon­zept der Stadt Ib­ben­bü­ren er­wähnt und die Er­war­tung ver­knüpft, den Ver­kehr in der In­nen­stadt „neu zu den­ken, Al­ter­na­ti­ven zu för­dern und uns ins­ge­samt un­ab­hän­gi­ger zu ma­chen von fos­si­len Brenn­stof­fen“.

Die Fra­ge nach po­si­ti­ven Ent­wick­lun­gen konn­ten Mar­tin Kit­ten vom ADFC je­doch nicht so recht be­ant­wor­ten. Er stell­te den­noch fest, dass er­freu­li­cher Wei­se die Be­deu­tung des All­tags­ra­deln zu­ge­nom­men hat und sich nicht nur auf die Frei­zeit und den Tou­ris­mus be­schränkt. Er be­ton­te die Dring­lich­keit end­lich Kon­flikt­stel­len zu ent­schär­fen und be­zog sich auf den Fahr­rad-Kli­ma-In­dex aus 2020. Be­nannt wur­de die Led­der Stra­ße, die auch als Schul­weg ge­nutzt wird und die Münster/ Os­na­brü­cker Stra­ße, wel­che als Nord-Süd-Ach­se die Stadt durch­quert und mas­siv mit Ver­kehr be­las­tet.

Mög­li­che Al­ter­na­ti­ven und be­stehen­de In­itia­ti­ven der Bun­des­ebe­ne be­schrieb MdB Schief­ner. So nann­te er die Not­wen­dig­keit, wei­ter die E‑Mobilität zu för­dern und für In­nen­städ­te lo­gis­ti­sche Hubs ein­zu­rich­ten, da­mit die Lie­fe­run­gen auf der letz­ten Mei­le mit klei­ne­ren und elek­tri­fi­zier­ten Fahr­zeu­gen er­fol­gen könn­te. Auch wur­den die Park­mög­lich­kei­ten für LKWs an­ge­spro­chen, denn die Ab­stell­mög­lich­kei­ten in den Ge­wer­be­ge­bie­ten sei­en nur min­der­wer­tig, wenn über­haupt vor­han­den.

Land­rat Frank Sun­der­mann be­ton­te zwar die Be­deu­tung von öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln und die Bar­rie­re­frei­heit der In­nen­städ­te. Die Öf­fis müss­ten güns­ti­ger und Takt­fre­quen­zen er­höht wer­den, aber wie und wann das zu be­werk­stel­li­gen wäre blieb un­er­wähnt. Auch sei­ne Er­fah­run­gen mit dem Fahr­rad hal­ten sich in Gren­zen, ins­be­son­de­re beim mo­da­len Split, also der Nut­zung und Kom­bi­na­ti­on ver­schie­de­ner Mo­bi­li­täts­ar­ten.

Er­freu­li­cher Wei­se wur­de das prä­sen­te Pu­bli­kum in die Dis­kus­si­on ein­ge­bun­den. Da­bei wur­de im­mer wie­der er­läu­tert, wie wich­tig die gleich­be­rech­tig­te Be­hand­lung al­ler Ver­kehrs­teil­neh­mer ist und na­tür­lich die sub­jek­ti­ve Si­cher­heit. Nur ein si­che­res Ge­fühl beim Zu­fuß­ge­hen oder Ra­deln kann die Men­schen da­von über­zeu­gen, eine Ver­kehrs­wen­de in den All­tag zu in­te­grie­ren.
Wei­te­re Fak­to­ren wie der Aus­bau der In­fra­struk­tur, Be­vor­zu­gung des Um­welt­ver­bun­des, Zu­rück­drän­gen des mo­to­ri­sier­ten In­di­vi­du­al­ver­kehrs und Au­to­freie In­nen­städ­te wur­den eben­so be­nannt. Al­ter­na­ti­ve Kon­zep­te wie der Bür­ger­bus und Car­sha­ring wur­den vor­ge­stellt.

Als mög­li­cher Schlüs­sel zum Er­folg wur­de auch die recht­li­che Rah­men­ge­bung durch Bund, Land und Kom­mu­ne ge­nannt. Flä­chen­de­ckend Tem­po 30 in­ner­halb ge­schlos­se­ner Ort­schaf­ten, ver­rin­ger­te Steu­er­be­güns­ti­gun­gen der fos­si­len An­triebs­ar­ten, Re­for­mie­rung von Pend­ler-Pau­scha­le und Dienst­wa­gen-Pri­vi­leg wur­den da­bei ge­nannt.

Eine in­ter­es­san­te Ver­an­stal­tung, die hof­fent­lich ei­ni­ge Im­pul­se und Ideen in den Land­tag, viel­leicht auch bis in den Ver­kehrs­aus­schuss des Bun­des­ta­ges trägt.

Tem­pus fu­git, die Zeit rennt…

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